Am Anfang war die Salatsauce.

Margrit will Menschen auf der ganzen Welt an einen Tisch bringen. Inspiriert wurde die Idee von einer ganz besonderen Person. Die Gründer Tobias und Stefan Ganz erzählen.

„Wir sind in einem winzigen Bauerndorf aufgewachsen. Wenn wir mittags jeweils hungrig von der Schule kamen und unsere Eltern bei der Arbeit waren, gingen wir einfach ein paar Schritte weiter und klopften bei unserer Grossmutter an, die gleich nebenan wohnte.

Nein, natürlich klopften wir nicht an, sondern polterten mit einem lauten "Hoi Grosi!" in die Küche, begrüssten sie stürmisch und machten es uns auf der Eckbank gemütlich, während sie das Mittagessen servierte.

Und was sie servierte! Vorspeise, Hauptgang, Dessert. Fleisch, Fisch, Gemüse, Suppe, Salat. Nie gab es das Gleiche. Nie gab es etwas zu bemängeln. Und jedes Mal gingen wir satt und zufrieden – geben wir es zu: verwöhnt – nach Hause.

Margrit

Kochen war die grosse Leidenschaft unserer Grossmutter. Sie kochte für die eigenen Kinder, für die Enkel, aber auch für Freunde, Verwandte und Bekannte. Dabei war sie selbst ihre grösste Kritikerin. Lobte jemand ihre Kochkünste, fand sie, dass es noch besser gegangen wäre. Und hatte sie ausnahmsweise kein Dessert zubereitet, entschuldigte sie sich.

Als wir klein waren, gingen wir zu ihr, um einen feinen Zmittag zu essen und uns verwöhnen zu lassen. Später dann wurden die Besuche auch menschlich immer wichtiger. Für uns genauso wie für sie, die sich darüber freute, dass die Enkel Leben in ihre Küche brachten.

Ihr Name war Margrit. Und ihre Salatsauce war legendär.

Von der Kindheitserinnerung zur Idee.

Irgendwann verliessen wir das kleine Dorf und gingen in die grosse Stadt. Zum Studieren, Arbeiten und – auswärts Mittag Essen. Dabei merkten wir: Man wird zwar satt, aber es wird auch schnell eintönig. Woche für Woche geht man zum gleichen Italiener, bestellt das gleiche Kantinenmenü oder isst ein Sandwich vor dem Computer.

Das muss nicht so sein, dachten wir uns eines Tages. Es gibt doch viele Menschen, die gerne und fast jeden Mittag kochen. Manchmal stehen sie stundenlang in der Küche – für eine oder zwei Personen. Dabei könnten sie ohne grossen Mehraufwand für vier, fünf oder noch mehr Personen kochen. Und dabei noch etwas verdienen.

Als wir die Idee in unserem Freundeskreis erzählten, merkten wir schnell, dass wir nicht die einzigen waren, die hausgemachtes Essen vermissten. Ihre Begeisterung zeigte uns: Dieses Projekt müssen wir umsetzen. Und zwar richtig.

Darum steckten wir uns ein hohes Ziel: Wir wollen auf der ganzen Welt Menschen an die Esstische privater Gastgeber bringen. Jung und Alt, Singles und Familien, Jugendliche und Rentner, Studierende und Arbeitende, Hausmänner und Akademikerinnen, Bundesräte und Bauarbeiter. Alle an einem Tisch. Lass uns die Gesellschaft ein bisschen näher zusammen rücken. Essen für Essen. En Guete mitenand!“

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